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Aktuelle Sonderausstellung

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Öffnungszeiten: bis 31. März 2017 Di-So 14-17 Uhr; ab 1. April Di-So 10-12 u. 14-17 Uhr

Zur Ausstellung:

500 Jahre Reformation sind eine Einladung, auf den Herzschlag von Gemeinschaft zu horchen.“ So hat es bereits Heinrich Bedford-Strohmin, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und seit 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, beschrieben. 

Die Sonderausstellung „Lutherbibeln – Kostbarkeiten aus dem Kirchenkreis Plön-Segeberg“ ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Herz. Herzstück ist die Lutherbibel. Gemeinschaftlich wurden über 50 Ausgaben der Lutherbibel aus fünf Jahrhunderten von privaten, kirchlichen und öffentlichen Leihgebern ausgewählt. Es handelt sich um ein Gemeinschaftswerk des Kirchenkreises Plön-Segeberg mit den örtlichen Museen in Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Preetz und Plön, die gemeinsam die Ausstellung zusammengestellt haben.

Schlaglichtartig wird nicht nur 500 Jahre Glaubensgeschichte präsentiert, sondern Familiengeschichten, Künstlerbibeln, prachtvoll gebundene Ausgaben der schweren Kurfürstenbibel des 17. Jahrhunderts, Lutherschriften aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sowie die Entwicklung des Buchbindehandwerks von Holzeinbänden über Lederausgaben bis hin zu den Verzierungen der edlen Einbände durch Goldprägestempel.

Dabei gab es bei der Ausstellungsvorbereitung manch spannende Entdeckung.

Bei einer Kurfürstenbibel aus dem 17. Jahrhundert, deren Einband aus mit Leder bespannten Holzplatten besteht, lassen sich die Metallspangen nach dem wortwörtlichen „Aufschlagen“ des Buches in den Holzkörper des Einbandes zurückschieben. Das Auge wurde so beim Lesen nicht durch die hervorragenden Metallspangen gestört. Klappt man das Buch wieder zu, wird es mit den Metallspangen wieder verschlossen, wodurch die Seiten glatt gehalten werden.

Besonders nahe ging den Ausstellungsmachern die Geschichte einer Bibel, die Fritz Sackel (geb. 1904) zu seiner Konfirmation vor einem Jahrhundert mit folgendem Eintrag auf der ersten Innenseite erhalten hat: „Fritz Sackel, für Fleiß und gutes Betragen, PS 37.37, Lötzen, d. 11. November 1917.“ Diese Bibel begleitete ihren Besitzer als wichtiges Hab und Gut durch den Zweiten Weltkrieg bis an sein Lebensende 1989 von Ostpreußen über Salzburg nach Bordesholm und ist am Ende in die Hände seiner Tochter gelangt. Sie nahm die bereits weit gereiste und oft benutzte Bibel mit nach Schweden, wo sie einige Zeit lebte und stellte sie mitsamt der bewegenden Familien- wie auch Zeitgeschichte der Ausstellung zur Verfügung.

Die Bibel 'op platt' in der Übersetzung von Johannes Jessen darf natürlich nicht fehlen. ohannes Jessen (1880-1945) war evangelischer Pastor in Kosel, Schleswig und Kiel. Er übersetzte „Dat Ole und dat Nie Testament in unse Moderspraak“. Über seine Tätigkeit als plattdeutscher Übersetzer vermerkte er: „Nich de Wöörutwesseln, ja nich, aver de Spraakumgeten- dar liggt de Knütt. De Wöörmaakt Gotts Woortnichhillig. De Hartslagmuttdatdoon.“ (= Nicht die Wörter auswechseln, ja nicht, aber die Sprache umgießen – darin liegt der Knoten. Die Wörter machen Gottes Wort nicht heilig. Der Herzschlag muss das machen.“).

Künstlerbibeln, ausgestaltet von Dalí, Hundertwasser, Gustav Doré bilden wahre Schmuckstücke in der Ausstellung.

1897 stiftete Kaiserin Auguste Viktoria (1858-1921) der Schlosskappelle in Plön ein handsigniertes Exemplar der Heiligen Schrift. Alle sechs Söhne der Kaiserin waren zur schulischen und militärischen Ausbildung in der Kadettenanstalt auf Schloss Plön. Als Zitate wählt die Kaiserin eine Stelle aus dem Johannes-Evangelium („Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“,Joh 5,4) und eine aus den Sprüchen („Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen“, Spr 23,26). Die Bibel ist aufwändig mit den vier Evangelisten verziert und ein bedeutendes Stück Zeitgeschichte der Zeit der Kadettenanstalt in Plön.

Besonders schön ist auch die Herkunftsgeschichte der Lutherschriften aus der Zeit von 1550-1570, in der sich die Kirchengemeinde in Sülfeld – wieder – befindet. Diese sind Mitte der 1960er Jahre im Pastorat gefunden, dann verloren gegangen und werden seit 2007 wieder in Sülfeld verwahrt.

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MUSEUMSPÄDAGOGIK

Wir drucken Martin Luther!

Begleitend zu der Ausstellung bieten wir für Schulklassen und Konfirmandengruppen einen begleitenden Workshop an, bei dem die Ausstellung auf spielerische Weise mit praktischem Anteil vermittelt wird. Bei Interesse können Sie uns gerne unter Tel. 04522-744 391 anrufen!

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